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Die Fotokonzepte
Idee und Verlauf sowie die bei der Verwirklichung der Konzepte entstandenen fotografischen Materialien verstehe ich als Gesamtheit auch im Sinne einer Definition von Plastik. Ich begreife meine Arbeit als ein sich über und durch den Raum definierendes Organisationsprinzip.
In diesem Sinne habe ich die Konzepte mit den motorisierten Fotokameras entwickelt. Die von der Kamera selbsttätig produzierten Aufnahmen sind frei von Gefühlen, Vorurteilen und bewusstem oder unbewusstem Sehen. Mein Interesse liegt auf dem Konzept des zwangsläufig sich selbst dokumentierenden Prozesses sowie seiner Bestandteile von Technik, Struktur und Methode. Ich nutze die motorisierte Fotokamera als Maschine und Werkzeug mit speziellen Eigenschaften bis an die Grenze ihrer physischen Möglichkeiten. Das System wurde in seiner Gesamtheit als Produktions- wie auch Gestaltungsmittel eingesetzt. Ich habe ihm zusätzlich Ort, Zeit, Raum, Bewegung und Richtung gegeben. Es hat während seines vorgegebenen Arbeitsablaufs Raum durchmessen, durchdrungen und abgetastet. Es hat Linien und Figur gebildet, Koordination zu einer plastischen Idee und Vorstellung.
Die eingesetzten Fotokameras sind mit einem Transportmotor (2,5 bzw. 3,5 Aufnahme pro Sekunde) ausgestattet, der, einmal ausgelöst, bis zum Filmende arbeitet. Somit ist die Kamera in der Lage, auch in Situationen, die sich menschlicher Einflussnahme entziehen, selbsttätig Aufnahmen zu machen. Das fotografierte Material wird entsprechend dem chronologischen Ablauf abgebildet.
Ottmar Hörl (1983)
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Foto: Götz Stöckmann, Frankfurt
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